Allgemeines über Sucht

"Sucht ist ein unabweisbares Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand, dem die Kräfte des Verstandes untergeordnet werden. Es verhindert die freie Entfaltung der Persönlichkeit und mindert die sozialen Chancen des Individuums."  (Wanke 1985)

 

Die Klinik für Suchtmedizin und Psychotherapie ist eine der größten Einrichtungen seiner Art. Die Klinik bietet stationäre, tagesklinische und ambulante Angebote. Grundlegend können stoffgebundene und nichtstoffgebundene Süchte unterschieden werden. Abhängigkeit liegt schließlich vor, wenn das betreffende Verhalten (z.B. Alkoholkonsum) trotz wiederholter negativer Konsequenzen erneut auftritt und/oder wenn der Konsum erst gestoppt werden kann, wenn negative Konsequenzen auftreten. Für die Praxis ist zunächst folgende Unterscheidung sinnvoll:

  • (unproblematischer) Konsum
  • gefährlicher Konsum
  • schädlicher Konsum
  • Abhängigkeit

Sucht wird oft als Missbrauch und als Abhängigkeit verstanden, betrifft aber im Wesentlichen die Abhängigkeit. Es kann psychische Abhängigkeit von physischer (körperlicher) Abhängigkeit unterschieden werden.

Medizinische Kriterien für eine Abhängigkeit sind:

  • Fehlende Kontrolle über Beginn und Ende des Konsums:
    Ein Alkoholiker kann sich vornehmen, nur 1 Bier zu trinken, trinkt dann aber bis zur Besinnungslosigkeit.
  • Toleranzsteigerung
  • Körperliche Entzugssymptome: Zittern, Schwitzen usw.
  • Lebensbedrohliche Komplikationen wie epileptische Anfälle und Delirium tremens
  • Körperliche Folgeerkrankungen: Fettleber, Veränderungen im Nervensystem.
  • Soziale Folgen: Arbeitsplatzverlust, Wohnungsverlust, Partnerschaftskonflikte.

 

Sucht ist als Krankheit anerkannt!

Sie ist keine Charakterschwäche oder Haltlosigkeit und sie kann alle sozialen Schichten betreffen.

Die körperlichen Entzugssymptome sind nach einigen Tagen bis wenigen Wochen abgeklungen. Die Entzugsbehandlung allein sichert aber noch kein suchtfreies Leben. Die psychische Abhängigkeit, die sich mit Suchtdruck und Rückfall bemerkbar macht, ist nach der Entgiftung noch unbehandelt. Deswegen setzt sich die Therapie in einer Entwöhnungsbehandlung fort.

"Entwöhnung" erfolgt als:

 

Dr. Petra Werner

Lena Heyelmann, M.A.

komm. Leitung

Pflegedienstleitung

Petra.werner@kbo.de

lena.heyelmann@kbo.de